Fakten - Tourismus und Visa

Souvenirs und Postkarten

Novosibirsk ist nicht Moskau oder St. Petersburg, Souvenirs sind schwer zu finden. Beste Anlaufstelle ist der Laden im Volkskundemuseum am пл. Ленина, südlicher Ausgang der Metro. Dort sowie am Kiosk davor gibt es auch Ansichtskarten! Diese sind ansonsten nur noch eim Einkaufszentrum von Akademgorodok sowie gelegentlich im Buchladen "Дом Книги" am пл. Ленина zu finden!
Gute Souvenirs bietet der Laden "Asiatische Vernissage" - am besten von Einheimischen oder halbwegs Ortskundigen zeigen lassen, da sonst fast unauffindbar (befindet sich in der Nähe der Metrostation Красный проспект, im Hinterhof hinter der Champion's Bar). Billiger sind die Souvenirhändler im Fußgängertunnel nahe dem Konsulat am Ausgang zum Glockentürmchen.

Außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten

Opernhaus, Bahnhof, Glockentürmchen und die Kirche am Ende des Красный пр.- das steht im Reiseführer! Es fehlen aber:

Nicht nur die Stadt hat einen botanischen Garten, sondern auch Akademgorodok - von der Haltestelle Жемщужная 15 Minuten südöstlich in den Wald. Es ist kein klassischer botanischer Garten, eher ein naturnaher (halb verwilderter) Park mit verschiedenen Gehölzen. Aber nett zum Spazieren.
Ebenso in Akademgorod, von der Haltestelle Морский пр. zehn Minuten Richtung Südost liegt im Wald eine Holzkirche - auch ein netter Ausflug zum Spazieren.

Interessant wäre es, herauszubekommen, welche Institute in Akadem noch Führungen durch ihre Sammlungen anbieten - früher war dies im mineralogischen Institut möglich (und sehr interessant).

Kurz vor Akademgorodok, an der Elektrichka-Station Сеятель befindet sich eine umfangreiche Sammlung sowjetischer Lokomotiven - täglich (?) ab 11 Uhr geöffnet.

Der Zoo von Novosibirsk (Haltestelle Зоопарк) ist modern und in viel besserem Zustand als man erwarten würde. Er hat einen der seltenen Liger. Im Übrigen ist es ausdrücklich erlaubt mit Inline-Skates auf den glatt asphaltierten Wegen seine Runden zu drehen.

Anreise mit dem Flugzeug

Lufthansa flog zuletzt in den 1990er Jahren direkt nach Novosibirsk, in den 2010er Jahren gab es Flüge von Turkish Airlines. Aktuell kommen faktisch nur nur russische Airlines für die Anreise in Frage. Doch keine Sorge, die Flugzeuge sind sicher - sonst bekämen die Firmen keine Landegenehmigung in Deutschland. Gewöhnungsbedürftig ist allenfalls der Service mancher Unternehmen. Novosibirsk hat nur einen Flughafen, Толмачёво. Der zuletzt für Kurzstreckenflüge genutzte kleinere Flughafen in der Stadt ist geschlossen. Weitere Details zu den Airlines sowie zu den Flughäfen, die für Zwischenlandungen in Frage kommen:

S7 (früher Сибирь//Sibirian Airlines) S7 bietet als einzige Airline stabil Direktflüge an - nach im Sommer nach Frankfurt, im Winter nach München, in einigen Jahren auch nach Düsseldorf, Berlin und Hannover (400 bis 900 Euro). Alternativ kann man in Moskau Domodedowo umsteigen und so auch weitere Städte erreichen, wie München oder Leipzig (350 bis 600 Euro). Zum Einsatz kommen ausschließlich Boeing oder Airbus. Der Service der Airline ist schlecht - bei Verspätungen gibt es kaum Krisenmanagment oder Entschädigung, im billigsten Tarif ist kein Reisegepäck mehr inklusive.
Aeroflot bietet Flüge in viele deutsche Städte mit Umsteigen in Moskau Scheremetjewo an (350 bis 600 Euro). Der Service von Aeroflot ist in den letzten Jahren gut geworden und die Airline ist bei Problemen kulant. Zum Einsatz kommen fast immer neue Airbus oder Boeing.
Rossija (früher Pulkowo), eine Tochtergesellschaft von Aeroflot, fliegt über St. Petersburg Pulkowo in verschiedene deutsche Städte (350 bis 600 Euro). Der Aufenthalt in St. Petersburg ist jedoch oft länger und zu ungünstigen Zeiten, so dass nur wenige Deutsche diese Flüge nutzen.
Ural Airlines und UTair fliegen beide via Moskau vereinzelte deutsche Städte an.
Theoretisch wäre es auch denkbar, mit Astana Air über Astana oder mit Uzbekistan Airways über Taschkent zu fliegen. Beide Verbindungen sind aber nicht täglich, preislich lohnt es sich kaum und die Usbekische Fluglinie hatte 2017 nicht einmal eine Online-Buchung.
Novosibirsk wird von der russischen Billigairline Pobeda, ebenso eine Tochter von Aeroflot, angeflogen. Jedoch gibt es keine Flüge weiter nach Deutschland.

Moskau Domodedowo war jahrelang der beste und beliebteste Moskauer Flughafen. Ein modernes, zeitgemäßes Terminal kurzen Wegen in zwei Flügeln - für nationale und internationale Flüge. Ein Expresszug verbindet den Flughafen mit dem Stadtzentrum - ideal für einen Zwischenstop. Hier landet S7. Leider werden die privaten Betreiber des Flughafens vom russischen Staat nur bedingt unterstützt - an der Grenze bilden sich öfters lange Schlangen und der Zoll erlaubt bei der Einreise kein Transitgepäck.
Moskau Scheremetjewo wird nur von Aeroflot und Partnergesellschaften genutzt. Die neuen Terminals D und E bilden zusammen mit dem alten Terminal F den zentralen Umsteigepunkt der Airline. Die neuen Terminals sind modern, Schlangen an der Grenze sind selten, jedoch können die Laufwege beim seltenen Terminalwechsel (einzelne Flüge nach Zürich oder Stuttgart) bis zu 25 Minuten betragen. Gepäck wird in beiden Richtungen Transit durchgeleitet. In das Stadtzentrum fährt auch hier ein Expresszug.
Moskau Wnukowo ist ebenso frisch saniert und modern. Die Anbindung in die Stadt ist gut. Der Flughafen spielt für Flüge zwischen Deutschland und Novosibirsk aber kaum eine Rolle.
St. Petersburg Pulkowo wurde ebenso grundlegend erneuert - die quälenden Wege zwischen dem nationalen und internationalen Terminal sollen somit der Vergangenheit angehören. In die Stadt gibt es jedoch weiterhin nur einen klassichen Stadtbus.

Alternative Anreisemöglichkeiten

Eisenbahn: Einen direkten Kurswagen zwischen Novosibirsk und Berlin gab es leider nur bis 2015. Die Anreise mit dem Zug muss also zunächst mit dem modernen Expresszug von Berlin nach Moskau (1.5 Tage), dort Bahnhofswechel und mit einem der vielen Transsib-Züge weiter nach Novosibirsk (2 Tage) erfolgen. Der reguläre Preis liegt bei rund 500 Euro für Hin- und Rückfahrt. Tickets kann man direkt bei der Russischen Bahn online kaufen. Achtung, zwischen Moskau und Berlin fährt der Zug über Weißrussland, wo ein extra Visum nötig ist. Aus Richtung Peking und Ulan-Bator fahren wöchentlich fünf Züge nach Novosibirsk. Auch aus Kazachstan gibt es tägliche Verbindungen. Details zu den Kategorien russischer Züge: http://www.andrea2000.de/reise.htm#02

Bus: Angeblich existieren direkte Busverbindungen zwischen Novosibirsk und Deutschland. Da sich aber bislang kein Deutscher dafür begeistern konnte - über 5000 (!)Kilometer - gibt es dazu keine Erfahrungsberichte.

Auto: Eine Autofahrt nach Sibirien sollten nur erfahrene Russlandbesucher wagen. Man muss sich auf Diskussionen mit Polizisten, lange Grenzprozeduren und eine ausgesprochen langweilige Strecke einstellen.

Einladung, Visum und Registrierung

Einladung: Um ein Visum zu beantragen, benötigt man eine Einladung aus Russland oder einen offiziellen Voucher, der eine gebuchte Reise bestätigt.
Die Einladung kann meist NICHT formlos sein, sondern muss in Russland in einer Meldestelle (OWIR, Passportny Stol) von einer privaten oder juristischen Person beantragt werden. Es müssen eine Unterkunft und die Finanzierung des Aufenthaltes nachgewiesen werden. Die Beantragung der Einladung für ein Privat- oder Businessvisum ist mit Kosten verbunden und dauert mindestens zwei Wochen. Einladungen für mehr als drei Monate werden in nicht weniger als fünf Wochen ausgestellt.
In einigen Ausnahmen reichen formlose Einladungen, zum Beispiel können staatliche Hochschulen und einige Kultureinrichtungen per Fax einladen.
Eine einfache Hotelbuchung aus dem Internet gilt nicht als Einladung, wohl aber ein russischer Hotelvoucher, den viele Reisebüros ausstellen können. Der Voucher sollte nach Möglichkeit alle geplanten Reiseziele nennen.

Visum: Russische Visa müssen im Heimatland beantragt werden. Deutsche müssen sich also an die russische Botschaft (Berlin) oder eines der Generalkonsulate (Bonn, Frankfurt, Hamburg, München, Leipzig) wenden, Schweizer müssen in Bern beantragen, Österreicher in Wien. Wer ständig im Ausland wohnt, kann mit einem entsprechenden Nachweis auch im Land des Wohnsitzes beantragen.
Mitzubringen sind:
- Reisepass, noch mindestens drei Monate nach Reiseende gültig
- ausgefülltes Antragsformular, abrufbar unter http://www.ruskonsulatbonn.de/de/consinfo/entry/forms/zv-1.pdf
- Bestätigung für eine Reisekrankenversicherung für Russland (leider ist die Liste der gültigen Gesellschaften nicht mehr online - aber die gängigen Versicherungen werden im allgemeinen akzeptiert)
- Passbild
- Original der Einladung (oder in Einzelfällen die Telexnummer, unter der die Einladung abrufbar ist)
- Einzahlungsbeleg für die Gebühr oder EC-Karte zum Bezahlen vor Ort
- seit November 2010 auch Einkommensnachweis oder andere Nachweise der Rückkehrwilligkeit.
Im Antragformular muss man eine Reisestrecke nennen. Von dieser kann man später problemlos abweichen. Dennoch sollte man möglichst nah an der Wahrheit liegen, um Sorgen beim Registrieren zu vermeiden.
Die Visumsgebühr beträgt seit dem Abkommen zur Visumerleichterung 35 Euro - egal welches Visum. Expressvisa dürfen 70 Euro kosten (http://www.ruskonsulatbonn.de/de/consinfo/entry/iv-4.php). Visa für Studenten- und Kulturaustausch sowie für Ehepartner können bei Vorlage des entsprechenden Nachweises kostenlos erteilt werden. Visa für Nicht-EU-Bürger können deutlich teurer sein! Für Expressvisa muss ein Nachweis der Dringlichkeit vorliegen - nur gegen Mehrzahlung gibt es keine schnellere Bearbeitung mehr. Die normale Bearbeitung dauert zehn Werktage.
Eine Beantragung per Post ist in Berlin nicht mehr möglich. Ohne Agentur (siehe unten) muss man zweimal im Konsulat erscheinen - bei Abgabe des Passes und bei Erhalt des Visums.
Vor den Konsulaten sind oft Schlangen und die Wächter zeichnen sich nicht zwingend durch Freundlichkeit aus. Das Mitbringen von großen Taschen ist in den russischen Konsulaten und Botschaften verboten! Achtung, es gibt keine Schließfächer!
Das Visum ist ein rosa-grüner Aufkleber mit Hologramm im Pass. (Verlängerungen sind grüne Einlegeblätter.)

Registrierung: Grundsätzlich wurde die Registrierung im Januar 2007 für Touristen und Geschäftsleuten vereinfacht, sie nennt sich seitdem "Eintrag in das Migrationsverzeichnis" ("постановка иностранных граждан на учет по месту пребывания")*. Die Registrierung dürfen russische Personen und Firmen, aber auch Hotels (ebenso Sanatorien, Gefängnisse und Krankenhäuser) übernehmen. Während Personen und Firmen ihre Gäste innerhalb von sieben Arbeitstagen melden müssen, sind Hotels verpflichtet, Ausländer innerhalb eines Tages zu registrieren. (Achtung, bis April 2011 war die Frist drei statt sieben Tage - es wird etwas dauern, bis alle Ämter und Polizisten die Neuregelung kennen!)
Im Gesetz ist nicht fixiert, dass zwingend die einladende Firma/Person/Agentur die Registrierung übernimmt. Daher kann die Registrierung in nahezu jedem Hotel der mittleren und gehobenen Preislage (ab 15 Euro) vorgenommen werden. Wer sich in einer privaten Wohnung registrieren möchte, kann dies direkt im ОВИР, УФМС bzw. Паспортный Стол oder aber im Postamt machen. Vorzuzeigen sind:
- Wohnnachweis und Pass des Gastgebers
- Pass des Gastes, wenn vorhanden Migrationskarte
- ausgefülltes Formular, abrufbar unter http://www.deutsche-novosibirsk.de/files/uvedomlenie.xls oder vor Ort ausliegend
Die untere Hälfte des Formulars bekommt der Ausländer - abgestempelt, als Beleg. Während bis April 2011 dieser Beleg nach der Abreise vom Gastgeber zurückgeschickt werden musste, verbleibt er nun beim Gast und wird später an der Grenze abgegeben.
Bei einem Ortswechsel innerhalb Russlands muss man sich in jeder Stadt, in der man länger als drei Arbeitstage verweilt, erneut registrieren. Im Gesetz ist nicht definiert, wie zu verfahren ist, wenn sich nirgends länger als drei Tage aufhält. Um Probleme zu vermeiden, ist mindestens eine Registrierung in den ersten Tagen zu empfehlen.
* Die bis Januar 2007 übliche "Registrierung" ("Регистрация") gibt es weiterhin, jedoch brauchen sie nur noch Ausländer mit Wohnrecht, welches übrigens nicht vom "Eintrag ins Migrationsverzeichnis" befreit.

Vereinfachtes Verfahren für Touristen: Für Touristen und andere Kurzbesucher empfiehlt es sich im Allgemeinen, den Service einer Reiseagentur zu nutzen, um den nicht unerheblichen Aufwand für das Visum auf ein Minimum zu reduzieren. Etliche Anbieter haben sich auf Russland spezialisiert und organisieren Touristenvisa (Reisedauer bis zu 3 Monate) oder auch Businessvisa (1 Jahr, sehr selten 3 Jahre). Abzugeben sind meist nur Pass und Foto, den Rest organisiert die Agentur. Es entfällt das Organisieren einer Einladung und die zweifache Fahrt ins Konsulat. Dieser Service sollte 10 bis 30 Euro pro Visum kosten, zuzüglich der eigentlichen Visumsgebühr (siehe oben). Ein weiterer Vorteil: Viele Agenturen haben Partnerfirmen in Russland, die auch die Registrierung organisieren können.
Eine private Einladung nach Russland plus Versand des Blattes nach Deutschland kostet meist mehr als der Service der Agenturen - den Zeitaufwand für die einladende Person noch nicht eingerechnet. Die private Einladung lohnt sich also nur, wenn es sich nicht um einmalige Kurzreisen handelt, und selbst dann ist ein Touristen- oder Businessvisum oft die vorzugswürdigere Variante.

Sonstige Hinweise: Nur wenige Visa lassen sich verlängern. Touristen- und Businessvisa werden nur bei sehr dringenden Anliegen (Flug gestrichen, Krankheit) kurz verlängert. Problemlos verlängert werden Visa für Arbeits- und Studienaufenthalte sowie Kulturaustausch. Über Visa für technisch-wissenschaftlischen Austausch gibt es scheinbar keine klare Regel.
Studenten und ausländische Arbeitnehmer russischer Firmen erhalten oftmals nur ein einmaliges Einreisevisum für drei Monate und bekommen dann vor Ort in Russland einfache oder mehrfache Ein- und Ausreisevisa. Diese sind grüne Einlegeblätter für den Pass, unglücklicherweise größer als ein Reisepass. Falten ist aber scheinbar nicht verboten.
Die Migrationskarte (und natürlich auch das verlängerte Visum als Einlegeblatt) sollte man möglichst nicht verlieren um ernsthafte Probleme zu vermeiden.
Visafrei reisen Deutsche, die eine Aufenthaltsgenehmigung oder vorläufiges Wohnrecht besitzen. In der Praxis ist diese Regel an den Grenzübergängen aber oft nicht bekannt.
Achtung für Zugfahrer: Für Weißrussland ist ein extra Transit-Visum notwendig - alle Direktzüge von Deutschland nach Moskau fahren über Belarus! Auch bei innerrussischen Zügen muss man darauf achten, andere Länder nicht zu durchqueren. Zwischen Moskau und Jalta fahren viele Züge durch die Ukraine, zwischen Tscheljabinsk und Omsk durch Kasachstan, zwischen Kaliningrad und anderen Städten durch das Baltikum. In Kasachstan benötigen Deutsche ein Visum, in der Ukraine und dem Baltikum nicht. Dennoch verliert ein russisches Einfachvisum seine Gültigkeit!!

Noch Fragen?

Russland wird wohl für immer ein großes Rätsel bleiben. Für offene Fragen, die auf dieser Seite nicht beantwortet sind, möchten wir gern auf das Forum forum.aktuell.ru verweisen, wo viele erfahrene Russland-Experten wertvolle Tipps geben können.

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